“Foster Futures: Reforming Care for Ukraine’s War-Affected Children and Youth” – 19. bis 25. Oktober 2026

unter der Leitung von Prof. Dr. Ruslan Zhylenko der National University Uzhhorod und Prof. Dr. Katrin Luise Läzer von der Hochschule Darmstadt

Sie können kostenlos und online an allen Vorträgen teilnehmen.

Es ist keine Anmeldung erforderlich. 

Hintergrund der International Autumn School und des gleichnamigen Kooperationsprojektes, ist die humanitäre Krise in der Ukraine. Bereits vor dem Krieg lebten mehr als 105.000 Kinder in institutioneller Betreuung, d. h. Waisenhäusern. Durch die massenhafte Binnenvertreibung – insbesondere durch mehrere Millionen Binnenvertriebene (internally displaced persons, IDPs) innerhalb der Ukraine – hat sich die Situation weiter verschärft. Zudem haben schätzungsweise infolge des Konflikts 11.700 Kinder ihre Eltern verloren. Hinzu kommen psychische Belastungen, die etwa die Hälfte der 13- bis 15-Jährigen betreffen; häusliche Gewalt und traumatische Erfahrungen in Familien von Binnenvertriebenen sowie bei verwundeten Militärangehörigen und deren Angehörigen.

Ziel des Projektes und der International Autumn School ist es, die großangelegte Reform in der Ukraine von einer institutionellen hin zu einer familienbasierten Betreuung von Kindern und Jugendlichen zu unterstützen. Im Mittelpunkt der Reform stehen der Ausbau von familienähnlichen Pflegekonzepten, frühen Hilfen und regionalen Angeboten der psychosozialen und psychotherapeutischen Begleitung und Versorgung. 

Das Programm der International Autumn School verbindet interdisziplinäre Vorträge, psychoanalytische Gruppenerfahrung, Exkursionen und Vernetzungsformate. Im Mittelpunkt stehen traumasensible Pflegekinderhilfe, Strategien der Deinstitutionalisierung durch familienbasierte Kinder- und Jugendhilfe sowie psychosoziale Unterstützung für vom Krieg betroffene Kinder und Jugendliche in der Ukraine. Es werden 3 Professoren und 7 Studierende der Sozialen Arbeit aus der Ukraine anreisen und auf Studierende und Dozenten der Hochschule Darmstadt treffen. 

Zu den Referent*innen: 

  • Die ukrainischen Kollegen Prof. Dr. Ruslan Zhylenko, Prof. Dr. Oleksandr Katsora, Prof. Dr. Viktoria Riul der National University Uzhhorod, Ukraine, werden über ihre Arbeit mit Binnenvertriebenen und mit traumatisierten Familien und Kindern sprechen. 
  • Eine Vertreterin des ukrainischen Jugendamtes, Svitlana Yakimelina, wird einen Einblick in die aktuelle Situation von Kindern und Jugendlichen in der Ukraine geben und ein Vertreter einer ukrainischen NGO, Petro Luchka, wird die psychosoziale und therapeutische Arbeit mit verwundeten Militärangehörigen und deren Angehörigen vorstellen. 
  • Der Gastwissenschaftler und Psychoanalytiker Prof. Dr. Leopoldo Fulgencio der University of São Paolo, Brasilien und die Psychoanalytikerin Prof. Dr. Viviana Langher der Sapienza University Rome, Italien, sowie die Frankfurter Kollegin Dr. Marianne Rauwald bringen vor Ort und in Präsenz psychoanalytische Perspektiven ein.
  • Diese werden um Erfahrungen der transkulturellen, familienorientierten Psychiatrie durch Dr. med. Alexander Moldavski, Mahmud Ben Dau und Prof. Dr. med. Yvonne Grimmer vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) Mannheim erweitert. 
  • Weitere Kollegen, darunter die Juristin für Familien- und Betreuungsrecht Prof. Dr. Angelika Nake, Nadia Alwan-Häfner vom Jugendamt Darmstadt und auch ein Kollege der Ingenieurwissenschaften, Prof. Dr. Jochen Hack, tragen zum gemeinsamen Nachdenken bei, wie schützende Entwicklungsräume für Kinder und Jugendliche in der Ukraine gestaltet werden könnten. 

Weitere Details können Sie dem Programm entnehmen.