„Ich kann Rad fahren, im Geheimen,“ das denkt sich Lotta, Protagonistin aus der Krachmacherstraße von Astrid Lindgren. − Im Geheimen kann Lotta fast alles und nutzt dies, um sich in ihrem Selbst zu stabilisieren. Dass wir Menschen unsere Geheimnisse haben, „macht einen Teil unserer Existenz aus. Ohne unsere Geheimnisse wären wir nicht wir selbst.“ (G. Reich, 2001).

Und nicht nur das Individuum hat Geheimnisse, sondern auch in den Systemen, in denen es lebt, in denen es interagiert, in Beziehung geht, gibt es Geheimnisse und Mythen, allen voran in Familien. Geheimnisse innerhalb einer Familie oder gegenüber der Außenwelt verbinden die Einzelnen als Geheimnisträger:innen und in deren Abwehr von Schuld oder Scham.

Die aus der Geheimhaltung erhoffte schützende Funktion kann sich dann auch in eine destruktive Kraft wenden, die Verbindungen verunmöglicht, Individuierung und Entwicklung beeinträchtigt und lähmt. Wie (inter- oder transgenerationelle) Geheimnisse in Biographien von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien wirken, wie sie in Therapien reinszeniert werden, wie wir selbst als Therapeut:innen zu Geheimnisträger:innen gemacht, verwickelt oder auch ausgeschlossen werden − und wie unsere Arbeit von diesen ‚Elefanten im Raum‘ beeinflusst wird, soll Thema der 19. Kinderanalytische Konferenz sein.

Datum: 24. Oktober 2026

Ort: Mainz, Erbacher Hof

Anmeldung: online bis zum 24. September 2026

Leitung: Prof. Dr. Bernd Traxl, Dr. Sandra Kirsch, Larissa Fraß-See & Rebecca Kempf